SWP berichtet über Engagement von Roman Retsch

In einem ausführlichen Porträt berichtet die SWP über die Aktivitäten unseres Schülersprechers Roman Retsch (SG1/2), seine Beweggründe und seine Zukunftspläne:

Engagement: Der 18-jährige Roman Retsch will in die Politik

Der Schüler Roman Retsch aus Wiesensteig setzt sich gerne für andere ein – unter anderem für 1,5 Millionen Schüler im Landesschülerbeirat.

Nein, Bundeskanzler ist kein Job, den Roman Retsch anstrebt. Eher Innenminister. Oder Bundestagspräsident. „Das stell ich mir toll vor“, sagt der 18-Jährige und begründet das damit, dass er als Bundestagspräsident Schlichter zwischen allen Parteien sein könnte und Kompromisse finden müsste, die allen gerecht würden. „Und als Innenminister wäre ich unter anderem Interessenvertreter der Polizei oder vor allem der Feuerwehren und könnte mich dafür einsetzen“, erklärt er. Immerhin ist der Wiesensteiger begeistertes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sowohl in Bad Ditzenbach als auch in Wiesensteig.

Roman Retsch ist Schüler der Klasse SG I/2, also im Prinzip der elften Klasse, im Sozial-Wissenschaftlichen Gymnasium der Emil-von-Behring-Schule in Geislingen. Dort gehört er zum Viererteam der Schülersprecher und ist als solcher Leiter der SMV, der Schülermitverantwortung. Außerdem hat er auf kommunaler Ebene in diesem und fürs kommende Schuljahr die Aufgabe als Sprecher des Geislinger Jugendgemeinderats übernommen.

Seit Anfang April gehört  Retsch außerdem zum 60-köpfigen Gremium des neu gewählten, 13. Landesschülerbeirats (LSB). „Dafür hab ich richtig Wahlkampf gemacht, auch in den Göppinger Berufsschulen“, berichtet der junge Mann mit blitzenden Augen. Ihn muss man zu solchen Aufgaben nicht überreden, die Motivation dazu kommt bei ihm – wie er selber sagt –„von innen raus“. Er begründet auch, warum ihm diese Aufgabe so wichtig war. „Weil ich da was bewegen kann. Der Landesschülerbeirat ist die Vertretung für 1,5 Millionen Schüler im Land und wird vom Kultusministerium sehr ernst genommen.“

Reden, das liegt ihm, sagt Retsch. Das Argumentieren habe er vermutlich in den vielen Diskussionen mit seiner Mutter gelernt, vermutet er schmunzelnd.

Schülersprecher war er schon als Zehntklässler in seiner vorherigen Schule, der Realschule in Deggingen. Deshalb habe er sich auch in Geislingen gleich aufstellen lassen. Bei der Einführungsfeier für Schülersprecher im Kultusministerium in Stuttgart Ende 2017 habe er erst erfahren, dass es so etwas wie einen Landesschülerbeirat gibt. „Das darf nicht sein. Die Schüler müssen doch wissen, dass sie eine Lobby haben auf politischer Ebene. Andere Schüler, die sich für sie einsetzen“, ereifert er sich.

Deshalb will er sich bei der nächsten der monatlich stattfindenden Sitzungen des Landesschülerbeirats aufstellen lassen für den Presse-Ausschuss. Der sei dafür verantwortlich, dass der Einsatz und die Aktionen des LSB in der Presse, aber auch in den sozialen Medien wie Facebook, Instagram und Snapchat publiziert werden.

Noch interessanter findet Retsch aber den Ausschuss „SMV und regionale Vernetzung“ – „weil man im LSB eine ganz andere Reichweite hat“, betont er. Der Gymnasiast hat auch eine ganz genaue Vorstellung davon, wie er vorgehen will, um ein Grundsatzprogramm des LSB zu erstellen. Da gehe man aktiv an die Schulen, rede mit der SMV und profitiere von den Erfahrungen. „Außerdem können wir alle gemeinsam auch viel mehr Druck aufbauen und dadurch mehr erreichen.“

Roman Retsch versteht sich nicht als Einzelkämpfer: „Ohne ein Team geht gar nichts, als Feuerwehr-Mann weiß man das sowieso. Und Football hab ich auch mal gespielt, da ist das genauso“, sagt er. Überzeugungsarbeit leisten, sich andere Meinungen anhören, die eigene deutlich sagen und das Beste daraus schließlich als Lösung zu vertreten – das ist sein Ding. „Genau das ist ja das Faszinierende an Politik.“

Text & Foto: Claudia Burst (SWP)

 

Der Landesschülerbeirat vertritt alle Schularten

Der Landesschülerbeirat setzt sich aus 30 Mitgliedern und ebenso vielen Stellvertretern zusammen, die für zwei Jahre gewählt werden. Damit alle Schularten vertreten sind, werden in allen vier Regierungsbezirken in Baden-Württemberg sowohl ein ordentliches und ein stellvertretendes Mitglied pro Schulart gewählt. Roman Retsch vertritt als ordentliches Mitglied alle Beruflichen Schulen im Regierungsbezirk Stuttgart.

Wie der Landeselternbeirat und der Landesschulbeirat ist der Landesschülerbeirat ein offizielles Beratungsgremium des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport.

Die Aufgaben des Landesschülerbeirats bestehen in der Beratung gegenüber dem Kultusministerium, indem die Mitglieder dort selbst ausgearbeitete Konzepte und Vorschläge einbringen. Die Mitglieder begleiten die landesweite SMV-Arbeit und wirken außerdem in Gremien wie dem Landesschulbeirat oder der Bundesschülerkonferenz mit.

 

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