Am Vormittag des 27.09.2017 besuchten die SchülerInnen des zweiten Ausbildungsjahres einen Demenz-Workshop im Gemeinschaftshaus der Helfensteinklinik. Aufbauend auf der Erkenntnis, dass Altenpflege immer auch Traumapflege sei, erfuhren die PflegeschülerInnen was es bei der Arbeit mit dementiell erkrankten Traumageschädigten zu beachten gilt.

Nach einem gemeinsamen Spaziergang der AltenpflegeschülerInnen und begleitenden LehrerInnen von der EvBS zur Helfensteinklinik ging es direkt los: Frau Wasberg vom Netzwerk-Demenz Geislingen, hatte den Workshop „Wo geht´s denn hier nach Königsberg“ organisiert und begrüßte die Teilnehmer. Frau Gitta Alandt -Fachkraft für Gerontopsychiatrie vom Institut für Gerontopsychiatrie in Duisburg- ging zunächst darauf ein, was überhaupt ein „Trauma“ darstellt und wieso es für die altenpflegerische Arbeit wichtig erscheint. Immerhin haben zwei Drittel der über 65-Jährigen ein Kriegstrauma durch den zweiten Weltkrieg oder in der Nachkriegszeit erlebt und somit eine seelische Wunde erlitten, welche die individuellen Bewältigungsmöglichkeiten der Personen überschritt.

Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen veranschaulichte die Workshopleiterin mit vielen Praxisbeispielen, wie diese traumatischen Erfahrungen bis in die Gegenwart Auswirkungen haben können. Mit über ein Dutzend Beispielen aus der Pflegepraxis, bei denen nicht selten zustimmendes Kopfnicken aus den Zuhörerreihen kam, baute Frau Alandt eine Mauer aus Phänomenen auf, welche sie „Mauer des Schweigens“ nannte.

Teil dieser Mauer war z. B. die Erregung und Unruhe, welche viele Menschen zeigen, indem sie unruhig hin und her laufen.

Diese durch Kriegstraumatafolgen entstandene Mauer galt es anschließend im dritten Teil des Workshops zu überwinden. Hier bekamen die AltenpflegeschülerInnen ein Potpourri an Möglichkeiten, wie sie die traumageschädigten und dementiell Erkrankten ernst nehmen und begleiten können. Auch die eigenen Erfahrungen der SchülerInnen kamen hierbei nicht zu kurz.

Diese lebendige und bereichernde Unterrichtsveranstaltung wurde von dem Förderkreis der Emil-von-Behring-Schule finanziell möglich gemacht  - Herzlichen Dank dafür!

Das Demenz-Netzwerk des Landkreises Göppingen lädt anlässlich des Welt-Alzheimer-Tags von September bis Dezember 2017 zu kreativen und informativen Angeboten in den Städten und Gemeinden ein. Weitere Informationen, einen Veranstaltungskalender und AnsprechpartnerInnen finden Sie unter

https://www.landkreis-goeppingen.de/,Lde/start/_Aktuelles/Jung+und+Alt+bewegt+Demenz.html  sowie auf den Internetseiten der teilnehmenden Städte und Gemeinden.

Autorin: Ines Schweizer

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