Für den selbst ernannten Ermutiger und Lebensberater Johannes Warth ist Erfolg nichts anderes als Saat und Ernte. Deswegen sage ein Schwabe auch: „Ich säh’ es kommen.“ Keine Minute brauchte der in Berlin lebende Oberschwabe am Mittwoch, um das Publikum der voll besetzten Geislinger Jahnhalle in seinen Bann zu ziehen. Das Ergebnis: Faszination und Begeisterung unter rund 500 Gästen  über das Warth’sche Multitalent. Ein Schauspieler, Musiker und Artist, der zwei Stunden non stop auf der Bühne agierte. Die Veranstaltung war vom Förderverein der Geislinger Emil-von-Behring Schule auf eine Idee hin von Karl-Otto-Kaiser und in Zusammenarbeit mit der GZ organisiert worden.

Humorvoll, sympathisch und unterhaltsam erinnert Warth an simple Grundsätze der Kommunikation: „Kommunikation beginnt mit ‚kommen’ und heißt nicht ‚warten wir noch’, wobei die wichtigste Regel ‚vordenken’ heißt. Die meisten denken nach.“ Seine Anregung: Kommunizieren, sich mitteilen und erklären, was einen bewegt. Ein nächster Impuls: Position beziehen. „Dinge, die wir nicht gleich aussprechen, manifestieren sich.“

Weiter: „Angst frisst die Seele auf und ist gefährlich. Wer Angst vor einem Gespräch hat, hat schon verloren.“ Warth plädiert für Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit, ermutigt zu neuen Zielen und bemerkt: „Keiner will gewöhnlich sein, aber alle was ­Gewöhnliches machen.“ Unter­nehmerische Zielvereinbarungen nimmt er dennoch auf die Schippe: „In vielen Firmen sehen die Mitarbeiter das Ziel gar nicht. Es gibt zwar viele Tools, aber keiner kennt sich mehr aus. Nur die Führungskräfte meinen, das Licht noch zu sehen.“  Was seine Botschaften so heiter macht, sind damit verbundene Aktionsbilder, in denen er beispielsweise mit Pfeil und Bogen das Licht einer Kerze, das sogenannte Unternehmensziel, zu löschen vermag.

Warth beherrscht es trefflich, tiefgehende Botschaften anschaulich und mit Wortwitz zu vermitteln. Und tatsächlich gelingt es ihm, Optimismus zu verbreiten, nachdem er seinen Finger in durchaus bekannte menschliche Wunden des Publikums gelegt hat. Seine Impulse: Sich selbst an eine positive Lebenseinstellung erinnern, schon beim morgendlichen Blick in den Spiegel: „Das, was Sie da sehen, sehen die anderen dann mehrere Stunden lang.“ Der Hinweis: Überprüfen der inneren Einstellung. „Frohlockende Menschen locken ihr Gegenüber durch frohe Ausstrahlung und wer bei Menschen Eindruck hinterlassen will, muss berührend sein, denn Berührung ist eindrücklich.“

Als wichtig erachtet Johannes Warth konkrete Ziele, denn Vielfältigkeit führe zum  Burn-out. Auch appelliert er an Eigenverantwortung: „Wenn jemand auf einem Tisch herumspringt, ist nicht immer der Möbelhersteller schuld, wenn er zusammenbricht.“ Nicht zuletzt zählt für den Lebensermutiger der Grundsatz: „Wer gibt, dem wird gegeben“, mit dem er um Vertrauen ins Leben wirbt.

Ein Abend, an dem Warth mit einigen Händen voller Samen sein Publikum befruchtet hat. Ganz nach dem Grundsatz: „Man erntet was man sät“ frohlockte ein begeistertes Publikum mit  stehendem Applaus.

Autor: Brigitte Scheiffele, 10.03.2017, http://www.swp.de/goeppingen/lokales/geislingen/humorvoll_-sympathisch-und-sehr-unterhaltsam-14572832.html

Fotos: K-Media

 

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