Das neue Jahr der Eingangsklassen des sozialwissenschaftlichen Gymnasiums startete an der Emil-von-Behring-Schule interessant und wissenswert mit dem Besuch der Forscherin Dr. Katharina Höfer von der Universität Heidelberg. Im Rahmen der Forschungsbörse, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, gewährte Frau Höfer den Schülerinnen und Schülern einen besonderen Einblick in ihre Arbeit an der Universität.

Dr. Katharina Höfer ist Molekulare Biotechnologin in Heidelberg, hat Life Science und Molekulare Biotechnologie studiert und besucht ehrenamtlich im Rahmen der Forschungsbörse Schulklassen im Fach Biologie. Diese Initiative ermöglicht Schulen Experten aus verschiedenen Fachrichtungen einzuladen und mit ihnen über ein spezifisches Thema zu diskutieren. Rund 1030 Wissenschaftler unterstützen die Forschungsbörse deutschlandweit. Ziel ist es, die Wissenschaft mit der Schule zu verknüpfen und den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Wissenschaft und deren Arbeitsweisen zu gewähren.

Die Schülerinnen und Schüler der Emil-von-Behring-Schulen durften demnach zunächst im Rahmen eines Vortrages gemeinsam mit Frau Höfer die menschliche DNA genauer unter die Lupe nehmen und Prozesse in der Zelle erkennen und verstehen. Interessiert verfolgten die Klassen den Erklärungen von Dr. Katharina Höfer und nutzten die Chance, der Expertin ihre fachlichen Fragen zu stellen. Schulleiterin Gabriele Braun freute sich sehr, über die rege Teilnahme ihrer Schülerinnen und Schüler am Gespräch mit der Forscherin.

„Die besten Ideen kommen mir morgens unter der Dusche.“ - Nicht nur die fachspezifischen Fragen standen an diesem Tag im Fokus. Frau Höfer war es ebenfalls ein Anliegen, Fragen, die die berufliche Zukunft der Schülerinnen und Schüler betreffen und neue berufliche Perspektiven im naturwissenschaftlichen Bereich aufzeigen, detailliert zu beantworten. Sie beschreibt ihre Forschertätigkeit als Leidenschaft: „Ich bin Forscherin mit Leib und Seele. Für mich ist meine Arbeit keine Arbeit, sondern ein Hobby “. Folglich sei es für die Expertin auch keine Last, lange Arbeitstage in Kauf zu nehmen. Es gehe darum, neue Dinge auszuprobieren und im besten Falle, revolutioniere man einen Forschungsbereich und macht eine spannende und neuartige Entdeckung.

Ob Biologie, Chemie, Mathematik, Biochemie oder Biotechnologie – alle Disziplinen legen ihren eigenen Schwerpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen Einblick in verschiedene Studienrichtungen und konnten auch hier ihre vielfältigen Fragen loswerden. Besonders beeindruckt hat die potentiellen ForscherInnen die Tatsache, dass in nahezu allen Naturwissenschaften Englisch die vorherrschende Sprache sei. Doch auch hier konnte Frau Dr. Höfer beruhigen und machte deutlich, dass man sich mit Ehrgeiz und Leidenschaft in allen Bereiche weiterentwickeln und in schwierige Fachgebiete einarbeiten könne. 

Gleichzeitig wies Frau Dr. Höfer auch darauf hin, dass die Naturwissenschaften immer noch eine Männerdomäne und nur wenige Frauen in ihrem Bereich tätig seien. Demnach versteht sie es auch als ihren Auftrag gerade im Rahmen der Forschungsbörse junge Frauen für die Naturwissenschaften zu begeistern. In den Eingangsklassen hat dies schon mal funktioniert – alle Beteiligten, ob männliche oder weibliche Jugendliche, gaben sich mehr als begeistert.

Eine offene Fragerunde schloss das Expertengespräch mit Frau Dr. Höfer ab. Sowohl ethische Fragen bezüglich der Rolle von Tierversuchen in den Naturwissenschaften als auch die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen standen im Fokus und wurden von der Forscherin ausführlich und anschaulich beantwortet. „Seid mutig, in die Naturwissenschaften zu gehen!“ – Frau Dr. Katharina Höfer gab wertvolle Einblicke in ihr Leben als Forscherin und konnte gewiss einige Schülerinnen und Schüler für die Naturwissenschaften und ihr Tätigkeitsfeld begeistern.

 

Text: Pia Orthober

Bilder: Anna Biermann

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